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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.

Dennoch gelangten sie weder hier, noch (abgesehen von Spanien ) ander-weit, besonders aber in Deutschland , vor Schluss des Jahrhunderts zuweiterer Verbreitung.

An den Last- und Güterwagen fanden fortdauernd mancherleiVerbesserungen statt, sowohl rücksichtlich ihrer Tragfähigkeit, als auchin Folge fortschreitender Mechanik in Betreff der Bewegbarkeit, wie dennvor allem durch noch zweckmässigere Gestaltung der Räder, Achsen-stellung u. dergl. Die Schlitten aber bewahrten ihre Anordnung durch-aus (S. 919), nur dass die zur Beförderung von Personen bestimmten inder verzierenden Ausstattung der Geschmacksrichtung stetig Rechnungtrugen, wobei es auch fortan in keiner Weise, bei nun allerdings nichtselten höchst wunderlicher Durchbildung des Sitzkastens, an Schnitz-arbeit, Vergoldung und Malerei, so wie auch an unterschiedlichen Be-hängen des Gespanns mit Glocken, Schellen, Decken u. s. w. fehlte.

Unter den Kriegsgeräth en 1 * 3 * * * * behauptete dasGeschütz nichtallein den ersten Rang, vielmehr wurde für diese insgesammt nun geradezuMittel- und Ausgangspunkt. Bei der Ausbildung aber, welche dasselbeeinmal erreicht, liess man es sich daran auch vorerst genügen (S. 928)-Seine Eintheilung inSchlangen, Karthaunen und Wurfgeschützedauerte ohne einigen Wechsel der Formen mindestens bis gegen die Mitteder zwanziger Jahre, und der Gebrauch vonOrgelgeschützen,höchstens unter theilweiser Verminderung ihrer Grösse, selbst über denScfduss des Jahrhunderts hinaus fort. Aber wenn auch die Geschützean sich zunächst kaum weiter berührt wurden, fehlte es doch andrerseitsnicht an Neuerungen, die immerhin der Sache als solcher zu Gute kamen-

1 Vergb, auch besonders der Abbildungen wegen: Armentarium Prin-oipale oder Kriegsmunition vnd Artillerey - Buch. Darinnen beschrieben: V ? i e

ein Zeughaus sampt aller Munition vnd zugehöre bestelt, vnd in rechtem Vfesensoll vnterhalten werden u. s. w., alles mit schönen vnd gründlichen Kupfer-stücken. Johann Ammons Burgers vnd Buchhändlers zu Franckfurt am May 11,

3 625. Johann Jacob von Wallhausen , Archiley Kriegskunst, Darinnen

gelehret vnd fürgetragen werden die initia vnd fundamenta dieser Edlen Krieg 8 'kunst u. s.w. Mit schönen Kupfferstücken perfecte angewiesen vnd beschrieben-Hanaw 1637. Vollenkommene Unterweisung wie Raketen, Feuer-WasserSturm Kugeln, Granaten u. s. w. zubereiten. Sampt gründlicher Anleitung zUCArtillerie u. s. w. Osnabrück 1660. Casimir Simienowicz . VollkommeneGeschütz-Feuerwerk- und Büchsenmeisterei-Kunst u. s. w. In die HochtouteonSprach übersetzet von Thoma Leonhard Beeren, Lipsiensi. Mit schönen Kupfer®'Franckfurt am Mayn. 1676. Johann Siegmund Büchern. Theoria et Fra Artilleriae Oder Deutliche Beschreibung der bei itziger Zeit bräuchlichen Atillerie u. s. w. Nürnberg 1685. Michael Miethen. Neuere curiöse Geschu^

Beschreibung, wie und auf was Arth man aus Stucken u. s. w. glühend

andere Kugeln u. s. w. werfen soll. Beschreibung der Laveten und Rädern

allen Geschlechtern der Stücke und Mörser zu Wasser und zu Lande u. 8 -

Dresden und Leipzig 1705 (frühere Ausgabe vom Jahr 1684).