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Die Pfahlbauten des Bodenseegebietes / von E.von Tröltsch
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Construktion der Pfahlbauten dev Steinzeit.

Construktion der P f a li 1 b a u t e n der Steinzeit.

Dieselben bestehen aus zwei Hauptarten, den Pfahlrost-bauten und den Packwerkbauten; jede wieder aus besonderemHol zwerk bearbeitet, das wir jeweils in Bild und Schrift näherbeschreiben werden.

Die Pfahlrostbauten.

Sie bilden weitaus die Mehrzahl aller Wasseransiedlungen undwurden in Seen, Sümpfen und Flüssen an Stellen angewendet,deren Ufer das Einrammen von Pfählen erlaubte, auf welchen diePlattform für die darauf zu bauenden Hütten errichtet wurde.Für die Pfähle benützte man meist runde, seltener in der Mittegespaltene, theilweise noch mit der Rinde bedeckte Baumstämmevon 15 bis 20 cm Dicke und ca. 2 m Länge von allerlei Holzarten;Erlen, Eichen, Buchen, Birken, Tannen, Forlen, wilden Apfel-bäumen ') u. s. w., welche mit der Steinaxt gehauen und mit dieseroder mittelst Anbrennen zugespitzt wurden. Beide Bearbeitungs-arten sind jetzt noch an vielen Pfählen nachweisbar. Das Ein-schlagen in den Seegrund geschah vermuthlich von einem Flosseaus mit hölzernen oder steinernen Schlegeln, von welchen man daund dort Exemplare fand 2 ). Die Pfähle setzte man in mehreren unter sichund mit dem Ufer parallelen Reihen hinter einander, die einzelnenExemplare je mit ca./ 2 m Abstand von einander. Die vorderste Pfahl-reihe stand bei den meisten Ansiedlungen nahe am Ufer, in einer Entfer-nung von durchschnittlich etwa 50 m. Da übrigens weder die gerad-linige Stellung der Pfahlreihen, noch deren gegenseitige Entfernungstrenge beachtet wurde, so boten die meisten dieser Pfahlwerke einmehr oder weniger unregelmässiges Bild, um so mehr, da man beiallen Pfahlbauten genöthigt war, defekte Stellen, oder wuchtigerePunkte, z. B. die Eckpfeiler, dadurch zu verstärken, dass man,wüe z. B. in der Ansiedlung von Turgi (Steckborn ), mehrere Pfähledicht an einander einrammte. Ebendaselbst fand man solche auchan einer Stelle des Unterbaues dichter beisammen, um sie vor dem

') J. Messikomer nimmt mit Bestimmtheit an, »dass alle jene Nieder-lassungen , in welchen gespaltenes Eichenholz in grösserer Menge zum Vorscheinkommt, auch das Metall in einfacher (Kupfer) oder zusammengesetzter Form (Bronze)gekannt haben«. Diese Thatsache wird in frappantester Weise durch die Fnnd-verhitltnisse in Kobenhausen illustrirt, wo die erste und zweite Niederlassung nochauf Kundholz (Fichte), dagegen die dritte Ansiedlung bereits auf Pfählen von ge-spaltenem Eichenholz ruhte. Antiqua 1887. III. Seite 2 f.

2 ) Z. B. in Niederwil und im Steinhäuser Kiod.