Pfahlrostbauten und Pack werkbauten.
17
Anprallen der Wellen zu schützen. — Nachdem der Pfahlrostfertig gestellt war, wurde auf ihn die Plattform befestigt. Zu diesemZweck schnitt man oben auf den Köpfen der Pfähle grosse vier-eckige Zapfen aus, in welche die entsprechenden Ausschnitte derca. 4 m langen Längsbalken befestigt wurden. Bei anderen Pfahl-bauten erfolgte die Befestigung dieser Balken mittelst Einschlagenshölzerner Zapfen in die Pfahlbauköpfe. Nicht unwahrscheinlichist auch, dass man, wie es jetzt noch bei Naturvölkern geschieht,die Längsbalken zwischen zwei eng an einander stellende Pfählelegte und mit Schnüren, Weiden u. dgl. befestigte. Quer auf dieLängsbalken wurden schliesslich mittelstarke runde Baumstämmegelegt und wie erstere befestigt. Bei der Ansiedlung von Iieimen-lachen (Kant . Thurgau ) und andern bestand die Plattform aus inder Mitte gespaltenen Tannenstämmen von ca. 2 m Länge, 5 cmDicke und 15 bis 20 cm Breite.
Um das Tiefersinken der Pfähle an besonders weichen oderschlammigen Stellen zu verhindern, verwendete man Pfähle, die mitSchlammleisten (Fundamentalklötzen) versehen waren, wie mansolche z. B. an den Pfählen im Pfahlbau Bodman entdeckte.
Die Packwerkbauten.
Eine ganz andere Art von Unterbau für die Häuser bedurftees aber bei Sumpfseen, in denen eingeschlagene Pfähle keinen Haltfanden. In solchen verwendete man den sog. Packwerkbau, vondem es im Bodenseegebiet zwei Arten gab : einen schwimmenden,wie den bei Niederwii, unweit Frauenfeld (Kanton Thurgau ), undeinen auf dem Grund feststehenden, wie den im Steinhäuser Kiedbei Schussenried (0 A. Waldsee).
Bei der Erstellung eines Packwerkbaus wurde, wie Messikomerz. B. von Niederwii, das inselartig von Wasser umgeben war, berich-tet 1 ), in folgender Weise vorgegangen: »der Raum, den eine Hütteeinnehmen sollte, wurde mit Pfählen umgeben und in diesen innerenRaum Holzlagen kreuz und quer über einander gelegt, bis die^stark genug waren, die Hütte samnit Einwohner zu tragen. Dieeinzelnen Hölzer waren, wie wenigstens die oberen Schichten zeigten,durch Epheu zusammengehalten. Die unterste Lage, beinahe 2 mmächtig, bildete gleichsam ein Floss, welches von den Kolonistenbewohnt wurde und den Vortheil hatte, mit dem Wasser zu steigenund zu fallen. Wenn sich nun im Laufe der Zeit dieses Holz mitWasser sättigte und zu sinken begann, wurde Reisig und Laub
2