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Die Pfahlbauten des Bodenseegebietes / von E.von Tröltsch
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Zerstörung der 11'uhlbuustatiuucn.

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Stelle wieder aufgebaut, andere dagegen mehr draussen im Seeoder in geringerer Ausdehnung als vorher, in der Regel erst, nach-dem sich im Laufe der Zeit auf ihren Trümmern eine mehr oderweniger dicke Schlamm- oder Torfschichte gebildet hatte).

Unzweifelhaft aber wurde eine sehr grosse Zahl von Pfahl-bauten durch die oft heftigen Seestürme gänzlich oder theilweisezerstört und zwar nicht nur die schwächer konstruirten steinzeit-lichen Pfahlbauten, sondern auch die solider gebauten der Bronze-zeit. So beobachtete z. B. der Verfasser, als das Pfahlwerk vornBau in der »Rauenegg« von Sand und Schlamm freigelegt war, dassdie Pfähle alle gleichmässig in einem Winkel von ca. 70° von Ostnach West geneigt im Boden staken, wohl in Folge der früherenOststürme, welchen selbst die hier gestandenen, theil weise über3 m langen und 30 cm dicken eichenen Pfähle nicht Widerstandleisten konnten. Aehnliche Beobachtungen machte man auch ananderen Orten. Von Robenhausen berichtet z. B. Dr. F. Keller:»es sei auffallend, dass sännntliche Pfähle aller 3 (abgebrannten)Ansiedlungen sich in der Richtung von NW. nach SO. neigen, essei diess eine Erscheinung, welche nicht leicht zu erklären sei«-).Von den Pfählen der Station Chätillon im See von Bourget inSavoyen wird von Laurent Rabut mitgetheilt: »ils sont inclines äenviron 45 degrcs vers le levant par les terribles vents de louestcliez nous« s ). Dieselben Beobachtungen machte man auch bei jetztnoch bestehenden aussereuropäischen Pfahldörfern. In dem schonerwähnten Celebes fand Wallace die auf Pfählen stehenden Hüttender Eingeborenen vom vorherrschenden Westwinde bis zum Ueber-hängen verschoben * * 3 4 ). Aber auch andere Elemente veranlassteneinst die Zerstörung einzelner Pfahlbauten. Von der Station Arbontheilt z. B. Messikoiner mit, dass sie in Folge einer grossen Ueber-fluthung und dabei gleichzeitig erfolgter Versandung durchden Feilenbach unterging. Dagegen wurden die in Torfmoorenentdeckten Ansiedlungen, z. B. Ileimenlachen, Niederwil , Stein-häuser Ried u. a. theilweise noch während der Pfahlbauzeit durchallmählige Vertorfung der Sumpfseen, in denen sie errichtetwaren, unbewohnbar gemacht.

) M. A. G. VI. 289.

11. A. G. VI. 248.

3 ) Laurent Rabut. Habitations lacustres de la Savoie. Chambery . AlbertBollero. 1894.

4 ) Dr. Ratzel. Anthropogeographie. H. Bd. »Seite 711. Von ähnlichen inBodman beobachteten schräg geneigten Pfählen glaubt dagegen Schumacher,dass sie unter der Last des Oberbaues aus ihrer senkrechten »Stellung gewichenseien. Veröttentl. II. 29.

E. v. Tröltseh, Pfahlbauten dos Bodensei gebiete*.

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