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Hausthiere.
Pferd in Europa noch sehr selten, sowohl in den Pfahlbau- wie inden Landansiedlungen. Erst etwas später kommt es gezähmt alsHausthier und treuer Genosse des Menschen vor. Man nimmt an,dass es aus Hochasien durch Mesopotamien , auf demselben Wege,wie das Kupfer, zu uns gekommen ist *). Es war, nach dem Schädel,den Hufen und Zähnen zu urtheilen, ein kleines Pferd. Das vomPfahlbau (Packwerkbau) Moosseedorf (Kanton Bern ) war ähnlichunseren Ponny’s, wenigstens betreffs der zierlichen Extremitäts-knochen. Von Interesse ist, dass nach den Studien von HerrnJ. Marek in Bern * 2 ) noch zu Anfang dieses Jahrhunderts im Morvan-Gebirge (in Mittelfrankreich) ein kleines, zierliches, sehr ausdauerndesPferd existirte, von dem man glaubt, dass es von der asiatischenRasse abstamme. Vermuthlich wurde dieses kleine Morvan-Pferdspäter durch eine grössere Rasse verdrängt. Noch ist zu bemerken,dass das zur Pfahlbauzeit existirende Pferd ein treuer Arbeitsgenossedes Menschen wurde und dieser es desshalb verschmähte, seinFleisch zu verzehren. Dagegen kam diess bei dem sehr seltenenEsel (Equus asinus) vor. Er war ein bewährtes Tragthier inItalien , Gallien und den Balkanländern.
Der Hund war vermuthlich in paläolithischer Zeit noch un-bekannt. Er konnte wenigstens in den schwäbischen Höhlen nichtmit Bestimmtheit nachgewiesen werden. Während der Pfahlbau-zeit aber war er das verbreitetste Hausthier. Er war der Jagd-gefährte des Menschen, der treue Wächter seines Hauses und seinerIleerden. Von den Pfahlbauern wurde er desshalb sehr geschätztund sein Fleisch nie als Speise verwendet. Als Beweis seiner Werth-haltung darf wohl auch gelten, dass man in manchen Pfahlbauten,z. B. in Wangen , eine Menge Knöchelchen von Hundezehen, sowieZähne von ihm fand, die durchbohrt waren, ohne Zweifel, um sie,an Ketten gereiht, als Schmuck oder Amulett zu tragen. Nach denneuesten Forschungen von Professor Dr. Studer in Bern 3 ) stammtder Hund aus fünf Canis-Arten, von denen drei in neolithischenPfahlbauten, z. B. in Wangen , Lützelstetten, Bodman , die beidenanderen in solchen der Bronzezeit, z. B. U.-Uhldingen und HaltnauVorkommen. Der älteste Vorfahre des Hundes wurde von Rüti -meyer als Torfhund (Canis familiaris R.) bezeichnet. Von ihm
') Dr. M. Hoernes. Die Urgeschichte des Menschen. Seite 314.
2 ) J. Marek. Das gallisch-helvetische Pferd in seinen Beziehungen zu demprähistorischen. Globus, Bd. LXXIV. Nr. 24. Seite 336.
3 ) »Die Urahnen unserer Hunde«. Auszug aus einem Vortrag von HerrnProfessor Studer in Bern auf der 79. Jahresversammlung der schweizer, natur-forschenden Gesellschaft in Zürich .