Hausthiere.
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oder Auerochs (Bison priscus oder Bos bison) in der neolithischenPfahlbauzeit gleichzeitig wild und als gezähmte Hausthiere bekanntwaren. Von beiden wurden im Bodensee und seiner UmgebungUeberreste gefunden, z. B. in Haltnau und Niederwil . Rütimeyervermuthet, dass der Bos primigenius der Stammvater unserer zahmenViehrassen sei. Ur und Wisent verschwinden mit Beginn derBronzezeit. Das grosse oder zahme Rind, Hausochse, Kuh(Bos taurus Rüt.) ist in allen Pfahlbauten vorhanden, noch mehr aberdie Torfkuh (Bos brachyceros Rüt.). Sie herrscht in denselbenvor, ist eine kleine, sehr ausgeprägte Form mit vorwärts stehendenHornzapfen und gilt als der Vorfahre der kleinen grauen oderbraunen Rasse, welche jetzt noch in einigen Gegenden der SchweizerAlpen vorkommt. Ein vollständig erhaltenes, noch theilweise röthlich-braun behaartes Exemplar, in der Grösse eines einmonatlichenKalbes der Torfkuh, wurde im Sommer 1868 beim Torfstechen vonApotheker Valet s. von Schussenried gefunden 1 ). — Das Haus-schwein (Sus scrofa domesticus) fehlt in den Pfahlbauten derSteinzeit und wird erst in der Bronzezeit bekannt. Dagegen be-standen schon früher zwei wilde Schweinerassen: das Wild-schwein (Sus scrofa ferus) und das Torfschwein (Sus scrofapalustris), eine kleine Rasse, welche, wie das Wildschwein, in derBronzezeit als zahm erscheint. — Die Ziege (Capra hircus ), eineschmächtige Art, ist nicht selten, wie auch das Schaf (Ovis aries ),eine durchschnittlich grosse Rasse mit starken nach aussen undhinten gekrümmten Hornzapfen, wiebeimSteinbock. — Das Pferd(Equus caballus ) existirte schon in diluvialer Zeit als wilde Rasseund war von den russischen Ebenen bis an den atlantischen Oceanverbreitet. Man traf desshalb auch ziemlich viele Ueberreste vonihm in allen paläolithischen Höhlen Schwabens, z. B. in der ThayingerHöhle von 20 Exemplaren. Das Pferd wurde damals noch ge-schlachtet und sein Fleisch vom Menschen verspeist. Seinen Zähnen,Hufen und Knochen nach war es von gleicher Grösse, wie dasjetzige, hatte aber weniger dicke Füsse 2 ). Wann das Pferd in Europa Hausthier wurde, ist unbekannt, ebenso ob dasselbe ein Abkömm-ling des wilden ist, oder durch eine neue Einwanderung aus Asien zu uns gekommen ist. Im Anfänge der neueren Steinzeit war das
n D( . r Fundort dieses Thieres war 2000 Sehr, nördlich v. Aichbühl , unweitSchussenried 2,18 m tief im Torf n. s. w. Siehe den vortrefflichen Bericht vonProf. Br. 0. Fraas in den Jahresheften d. Vereins f. vaterl. Naturkunde i. Württem-berg 1869. 25. Jahrg. Seite 225. . , . .
*) M A G Bd. XIN. K. Merk : der Höhlenfund an Kesslerloch hei Thaymgen.Seite 9.
K. v. T r 811» c h , Pfahlbauten de» Bodenseegebietes.
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