Ennerberg.
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gleichung zeigte, das Muster für die Ennerbergkapelle geliefert haben 1 ). DieBilder der letzteren, hie in vielfacher Hinsicht besser sind, gehen offenbarauf Originalaufnahmen zurück 2 ). Wenn auch der Barockmaler seine Formen-sprache nicht verleugnen kann, so ist doch sein Bestreben, genau zu kopiren,unverkennbar und gestattet bei eingehender Prüfung die verschiedenen, nichtgleichzeitigen Hände des Originals auseinander zu halten.
Schon Serragli hat, gestützt auf den doppelten Verputz, zwei Entstehungs-epochen unterschieden, in Wirklichkeit scheint es sich um mindestens siebenzu verschiedener Zeit, von der Wende des XIII./XIV. bis in die zweite Hälftedes XV. Jahrhunderts entstandene Bildergruppen zu handeln, die durch dieverschiedenen Madonnentypen gekennzeichnet sind. Auf eine nähere Unter-suchung einzutreten, ist hier nicht der Ort.
Es sind lauter einzelne Devotions- und Votivbilder, keine Spur eines zu-sammenhängenden Cyklus. An der nördlichen Längswand ein Madonnen-brustbild, flankirt von Engeln, die aus missverstandenen, bereits von Marto-relli als «castelli» (Gitter) gedeuteten Wolken auftauchen, rechts davon einegrössere Komposition, die tronende Muttergottes neben einer zierlichen S.Katharina und einem Apostel. An der gegenüberliegenden Südwand wieder-um eine Madonna, neben der eine Kanonenkugel gemalt ist — in Loreto hängt dieselbe im Original noch heute genau an dieser Stelle. Weiterhineine knieende rotgewandete Stifterfigur vor der Gottesmutter und den Hei-ligen Franziskus, Bartholomäus und Antonius von Ägypten. In der rechtenEcke der Wand ein jugendlicher h. Rittersmann mit gelbem, rotbekreuztemRundschild auf weissem Pferde. Die westliche Rückwand zeigt wiederum
J ) Diese hochinteressante Kapelle hat im gleichen Jahre wie die Ennerbergkapelle 1889 eine Re-stauration im Beuroner Stile erleiden müssen, welche deren ursprünglichen Charakter einer pietätvollenKopie vernichtet hat. Die Wandbilder hat ihr rätselhaft altertümlicher Charakter, den man nicht zudeuten wusste, gerettet. Sie sind unter einer Teppichverkleidung verborgen. Ihr Stil ist viel roherund archaistischer, ohne dass sie den Eindruck grosser Treue erwecken können. Sie sind augenscheinlichdas Werk eines sehr handwerklichen Malers. Einen prinzipiellen Unterschied zeigt auch die Wandbe-handlung, die graues, schwarzgefugtes Mauerwerk darstellt.
-) Bereits zu Martorellis Zeit, 1733, kaum hundert Jahre nach der Aufdeckung, waren die Bildernicht mehr leicht erkennbar, was begreiflich ist, wenn man weiss, dass in dem fensterlosen Raumeständig 70 Lampen brannten. Er schreibt: Voglio qui registrare tutto quello, che ora ve ne rimane, oche ve ne rimaneva quando ne fece la descrizzione il detto Serragli ed anche una copia del rame , che nefu stampato in Germania , rappresentante FInteriore della Santa Casa acciö se ne conservi piü facil-mente la memoria se col passar degl’anni si perdesse in tutto o in parte quell’avvanzo che ne rimase.Ecco quello, che ne ho tratto dal Serragli nel citato cap. 13 e dal Cinelli dal quinterno 22 del suomanoscritto.» Den hier erwähnten deutschen Holzschnitt hat offenbar schon Serragli im Auge,wenn er in der Ausgabe von 1655 schreibt: furono (le dipintuie) esplorate . . . e mandate anco in stampa,quali qui noi inseriremo nel modo, che sono sino al di d’oggi.» Er hat ihn aber seinem Büchlein nichtbeigegeben, dagegen ist die Kupfertafel bei Martorelli II, 164, ausdrücklich als eine genaue Repro-duktion dieses mit französischem Text versehenen, in Deutschland gedruckten Holzschnittes bezeichnet.Nach dieser Reproduktion zu schliessen — der Originalholzschnitt war mir unerreichbar — kann vonirgend einem direkten Zusammenhang desselben mit unseren Wandkopien nicht die Rede sein.