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Die Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden / von Robert Durrer
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238
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Ennerberg.

Reste von Madonnenbildern, einen S. Michael, einen ganz ähnlichen S. Antoniuswie auf der Südwand und jene schon von Serragli fälschlich auf Ludwig denHeiligen gedeutete Figur in langem, rechts rot-weiss gesparrtem, links rotemMiparti-Gewande, die eine Fessel in der Hand trägt 1 ). Das Cruzifix überdem Engelsfenster gehört in Loreto nicht zu den Wandbildern, sondern istim Original ein giotteskes bemaltes Holzcruzifix, das heute noch an der ent-sprechenden Stelle hängt 2 ). Im Gewölbescheitel unter der Tonne steht wieder-um das Zurlaubensche Vollwappen mit dem Datum 1713 und den Namendes Ammanns und seiner Gemahlin, welche dadurch wohl als die Stifter derganzen Austattung dieses Raumes bezeichnet werden.

Der gegenwärtige Besitzer, Herr Eduard Achermann, liess 1889 dieKapelle restauriren, doch scheint diese Renovation durchwegs eine sehrdiskrete gewesen zu sein.

Im Dachreiter hängen zwei von Samuel Kuhn in Zofmgen 1713 ge-gossene Glöcklein mit dem Namen Achermanns und den Bildern des Cruzi-fixus, der Muttergottes und des h. Josef 3 ).

Vor der Kapelle liegt eine hufeisenförmige Mauer, die bis zum Jahre 1893einen marmornen Brunnentrog, aus einer alten ausgehöhlten Trauerweide ge-speist, umschloss. Ein Sturm hat damals den Baum gefällt und das malerischeBild zerstört.

Das nahe liegende Herrschaftshaus, heute ein Empirebau aus dem An-fänge des XIX. Jahrhunderts, steht an der Stelle eines im Überfall den9. September 1798 niedergebrannten imposanten, von Türmen flankiertenGebäudes, dessen Gestalt uns in einem im Besitz der Familie Achermannbefindlichen Ölbild erhalten ist 4 ). Daselbst wird der Kapellschatz verwahrt.Darin zwei Augsburger Kelche, der eine mit der Meistermarke L S und denLeidenswerkzeugen in drei getriebenen Medaillons am Fusse, der andere mitder Marke F. T. L. und gravirten Fussmedaillons, die Bilder S. Johanns v.Nepomuk und der Madonna und das Wappen des Ludwigsritters Achermannzeigend. Letzterem entsprechen zwei mit Achermanns Wappen und demgleichen Stempel bezeichnete sehr hübsche Messkännlein. Eine 20 cm hohein Silber getriebene Statuette des Bruder Klaus trägt den Namen des Meisters«ANTONI MARIA VON MAT. STANTZ». Daselbst wird auch ein inlederüberzogener Holzscheide steckendes Schwert aufbewahrt. Die breite zwei-schneidige, stumpfe Klinge trägt folgende Inschrift: «Herr Ritter Landshaupt-

!) Die Bilder entsprechen, abgesehen von einzelnen wenigen Abweichungen in der Farbe, genauden detaillierten Beschreibungen Serraglis und Martorellis. Falsch sind dagegen deren Deutungen,welche ihre Entstehung in Nazareth, vor der sagenhaften Übertragung des Hauses beweisen wollen.

2 ) Vgl. Serragli S. 43, Martorelli II. Taf., S. 164, über dieses angeblich mit dem h. Hauseübertragene Cruzifix.

3 ) Gef. Mitteilung von Herrn Landammann Dr. Jakob Wyrsch.

4 ) Reproduziert Nidw. Kalender 1897, S. 19.