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1644 wurde eine neue Glocke angeschafft 1 ) und ums Jahr 1690 fand eineRenovation der Kapelle statt. Der Landrat beschloss am 27. März 1692«weylen die H. Bergleüth am Bürgen in Erneüw- und Erbesserung derselben Capellen by Sant Jost sich vilfältig verköstiget und auch ein neuwesBruderhauß uffrichten sollen» ihnen einen Beitrag von 20 Gulden an Bar-geldschulden zu bewilligen 2 ). Die Kapellrechnungen der Jahre 1690 bis 1693verzeichnen zahlreiche Posten für Ziegel, Schindeln, Dachlatten, Dachdecker-lohn, für Gitter, Schlösser, Beschläge, dem Tischmacher 45 ft, ferner für Chor-bänke und die Kirchentüre, dem Maurer 4 Gl., ferner für gemalte Ante-pendien, Lampen und Linnen. Alles zusammen, was aus dem Kapellvermögenbezahlt ward, erreicht nur die Summe von 75 Gl. 32 ß. 3 ).
Während der nächsten hundert Jahre verzeichnen die Kapellrechnungenweder erhebliche Reparaturen noch Neuanschaffungen, so dass sich die Kapellezu Ende des XVIII. Jahrhunderts in argem Zustande befand 4 ). Eine durch-greifende Restauration des Innern unter Leitung des Baumeisters JohannesSinger von Luzern begann 1794 und dauerte bis 1796. Die alte Holzdeckeward durch einen Gipsplafond ersetzt und an die Stelle der alten Flügel-altäre traten die von Meister Kaspar Jos. Waser verfertigten einfachen Kunst-marmorwerke 5 ).
*) Vgl. Käslin Geschichte der Pfarrei Ennetbürgen 1 . c., S. 54. Der Akkord mit Mstr. JostRüttzmann von Luzern vom 4. Sept. 1644 in der Kirchenlade Ennetbürgen .
2 ) Landsgem. Protokoll IV, 47.
:{ ) Kapellrechnungsbuch von S. Jost, Nr. I, in der Kirchenlade Ennetbürgen .
4 ) Am 26. Februar 1790 schrieb Landammann Franz Anton Wyrsch an die Frau des MalersMelch. Wyrsch: «in St. Jost, sagt man mir, das die Kapell-Döke in solch faul- und mirbstigen Um-ständen befinde, das solche keine Ausbesserung mehr ertrage» (Familien-Archiv des Hrn. LandammannDr. J. Wyrsch in Buochs ). Bereits 1789 verzeichnet übrigens die Kapellrechnung, Bd. II, einen Posten«Dilliläden aufen zu männen».
5 ) Ich hebe die wichtigsten Posten aus dem II. Bande der Kapellrechnungen heraus:
1 792/93 wird die Chorbefensterung erneuert, es erscheinen damals auch schon Posten für Sand,Läden und Ziegel.
1794. Dem Bauwmeister ein Taglohn, das er inenkumen ist und die Capallen beschicket (besich-tiget?) hat ß. 30. — Dem Sigrist für Entfernen des Gerüstes nnd Putzen der Fenster und KapelleGl. 2 ß. 24. — Mer zall ich dem Buwmeister Johans Singer, das er das Gibsgewelb bei St. Jost inen-gemacht hat verdingungswiß Gl. 100. — Mer zall ich des Singers Sühn für das Trinkgäldt und FärbGl. 30 ß. 33. — Mer zall ich dem Sigrist fir das Beth, das er der Buwmeister darin gehabt hat, 108Nächt, ist Gl. 2 ß. 28.
1793. Mer zall ich dem Stuckador Caspar Joseph Waser das Altar, so er verdingungswiß in dieCapällen verfertet hat Gl. 300. — Mer zall ich dem Anton Etli, das er den Altarmacher beholtzet hatfir 5 Wuchen (fir 1 Wuchen ß. 12) und das er was Holtz dem Altarmacher aus dem St. Jostwaldtappen tan hat alles zusammen Gl. 2 ß. 30.
1796. 6. Jänner zall ich dem Anthoni Etli, das er den Altarmacher beholtzet hat Gl. 3 ß. 16.—
20. Heimonat dem Meister Casper Waser, das er die 2 Gemahl bey dem hl. St. Jost gemacht hatß. 30. — Für Kalch Gl. 5 ß. 22. — Im Augstm. dem Murmeister Niclaus Weirrater und sein Sohn,das seie die Capällen veribset, die Pfänsterstey usengehauwen und die Pfeister innengemacht vir alesTag 5 °> jeden Tag vir Spiß und Lohn Guldi I bringt zusammen Gl. 50. — Dem Glaser für 6 neiwi