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Die Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden / von Robert Durrer
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247
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Ennetbürgen .

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später S. Quiriacus, der nach dem Arbeiter weist, welcher auf der rechtenBildhälfte die Kreuze der beiden Schächer aus der Erde hackt. Dort imHintergründe sehen wir wiederum S. Helena, wie sie Befehl gibt, Judas inden brennenden Scheiterhaufen zu werfen, um ihm sein Geheimnis, die Stelle,wo die Juden das Kreuz vergraben, abzuzwingen (Fig. 118).

Die Bilder zeigen ähnliche Einflüsse oberdeutscher Schule, speziell desHans Baidung Grien, wie sie auch für den Zürcher Hans Leu bestimmendwaren. Die Arbeit ist derb; hübsch sind die landschaftlichen Partien imHintergründe. Die Erhaltung ist schlecht; die meisten Gesichter sind ab-sichtlich zerstört.

Die Innenseiten der Flügel weisen im Sockel und den Zwickeln hübsches,symmetrisch komponirtes Astwerk mit Granatäpfeln und bandartigen, goldenenBlättern. Die Mitte war ursprünglich mit je einer Relieffigur geschmückt.Die aus dem Renaissance - Golddamast ausgesparte Silhouette links lässtS. Johann Baptist, welcher durch ein beigemaltes Kreuzfähnlein noch nähercharakterisirt wird, erkennen. Rechts wo der Damast zerstört ist, erkenntman gleichwohl die Umrisse eines h. Pilgers mit Stab und aufgekremptemHut, wohl eher S. Jakob als S. Jost, dem als Hauptpatron der Platz imMittelpunkt des Schreines zukam.

Die charaktervolle polychromirte und an den knitterigen Gewandpartienvergoldete Holzstatuette S. Josts, g2 cm. hoch, die heute an letzterer Stellesteht, gehörte wohl anfänglich hieher. Der Eingangskatalog verzeichnet ihreHerkunft aus S. Jost.

Von den ebenfalls 1520 geweihten Seitenaltären stammen vermutlich diedrei von anderer Hand geschnitzten, ca. 85 cm. hohen Holzfiguren des h. Os-wald, Nikolaus von Myra und eines Märtyrerjünglings mit Palme und Schwertim gleichen Museum 1 ). Sie zeigen einen übereinstimmenden platten Gesichts-typus mit grossem Mund und perrückenartigen, langen Locken, der Faltenwurfist schlicht, das Kostüm, die Entenschnabelschuhe und pelzverbrämtenSchauben deuten genau auf das angegebene Datum.

Gleicher Herkunft mag ferner daselbst eine zeitgenössische, aus dem See-häusli am Bürgen erworbene sehr hübsche Madonna sein. Die elegante 80 cmhohe Figur steht auf der Mondsichel, trägt auf dem rechten Arm das nackteKindlein und in der Rechten das Szepter. Leider ist die moderne Fassungsehr ungeschickt.

Zum alten Inventar der Kapelle gehören ohne Zweifel auch zwei spätereAltarfiiigel des Museums 2 ). Die nur 1 cm. dicken, i,i 9 m hohen und 0,46 m.

1 ) Die beiden erstem wurden aus der Kapelle S. Anton, die letztere aus dem Weingärtlein amBürgen erworben.

L ) Dieselben stammen aus dem Frohngadmen am Bürgen.