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breiten Tannenbretter zeigen auf der Innenseite die im Golddamast ausgespartenSilhouetten ehemaliger Relieffiguren. Die eine, im Barett und lang herab-wallendem Talar, ist ohne Zweifel auf S. Anton, die andere in kurzem Mantelund blossen Beinen, die ein Schäflein und ein zweites unkenntliches Tier nebensich hat, wohl auf S. Wendelin zu deuten. Die wohlerhaltene, bäuerischeMalerei der Aussenseiten stellt den Bischof Eligius mit dem Pferdehuf — inder Unterschrift irrig als SANCT’ EVLOGIVS bezeichnet — und Nikolaus von Flüe , mit der Unterschrift BRVDER CLAVS 1572, dar. Sie stehen auf
V»., .
Fig. 11g. Heiliggrabfigur aus S. Jost.
grün-weissem Schachbrettboden, vor einem aufgehängten rotbefransten grünenTeppichgrund, gemeinsam umrahmt von üppiger Renaissance-Architektur: flan-kirenden Säulen, über denen sich von Engelsknaben gehaltene Füllhörnerund Fruchtguirlanden zum Baldachine wölben.
Aus der Kapelle S. Jost stammt wahrscheinlich die unter Fig. 119 abge-bildete 130 cm. lange Holzfigur des toten Christus in der Sammlung des HerrnLandammann Wyrsch in Buochs ! ). Die charakteristische Figur gehört wohlnoch dem XIV. Jahrhundert an und bildete ursprünglich den Bestandteileiner Predella oder wahrscheinlicher eines Heiliggrabes. Die rohe Fassung istmodern.
Die ehemalige Kapelle S. Anton am Bürgenstad, an der Stelle der heutigenneuen Pfarrkirche, war zur Zeit ihres Abbruches im Frühjahr 1892 ein völliguninteressanter Bau, der aus dem Jahre 1708 stammte 1 2 ). Doch zeigten sichbeim Ausgraben des Fundamentes innerhalb desselben hart neben einander dieGrundmauern zweier älterer Gebäude.
Die älteste Kapelle entstand hier schon um 1577, denn in jenem Jahrebeginnt das erste Rechnungsbuch von «Santen Deny» mit Ausgaben an den
1 ) Dieselbe befand sich im Neubaus am Bürgen und galt daselbst als aus der S. Jostkapellestammend.
-) Vgl. die oben zitirte Gesch. der Pfarrei S. Anton in Ennetbürgen von Pfr. J. M. Käslin.