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an der Kapelle zu Ennetmoos samt der schönen, alten Schweizerschlacht (beiSempach ) verfertigen lasse»'). Schon zuvor hatte sie ein Fenster mit der«That Winkelrieds in schöner Malerei» dahin gestiftet * 2 ).
Das Facjadengemälde, das rechts vom runden Giebelfenster den Drachen-kampf, links den Heldentod Arnold Winkelrieds zeigte, musste schon lautRatsbeschluss vom 1. Juli 1737 renovirt werden 3 ). Am 9. September 1798ward die Allwegkapelle, in deren unmittelbar nächster Umgebung sich dieHauptepisode des blutigen Tages abspielte, von den Feinden in Brand ge-steckt. Eine Abbildung der ausgebrannten Mauern in Meyers Ruinen vonUnterwalden. Von 1805 —1808 erfolgte ihre Wiederherstellung. Die äussereGestalt des kleinen Gotteshauses mit polygonem Chorabschluss und hoherzum Eingang emporführender Giebeltreppe blieb dabei erhalten. Neu ist dasauf Säulen ruhende Vorzeichen, das auf Meyers Abbildung fehlt. Zweifel-los wären unter dem Besen wurfverputz noch die Fa^ademalereien von 1682zu finden, die bei Meyer deutlich erkennbar sind. Heute bietet das Gebäudenichts Bemerkenswertes dar.
Die Beziehung der Kapelle zur Familie Winkelried hat jedenfalls einentatsächlichen, nicht bloss sagenhaften Grund. Denn hier in der Gegend istder Stammsitz des berühmten Geschlechtes zu suchen. Wenige Minutenschräg oberhalb an der Bergeslehne liegen noch heute zwei zusammenhängendeMatten, die in den älteren Gülten Winkelried, Winkkelried, Wichelried, imVolksmunde korrumpirt Wichried heissen 4 ). Der Name muss aber frühereinen viel grösseren Komplex begriffen haben. Der Zinsrodel des Frauen-klosters Engelberg vom Jahre 1343 verzeichnet, anschliessend an Zinse aufdem Bechlisacher, «der gelegen ist nit Jacobs gut von Winkelriet», einenZins von 1 % «uf disen gutem, die ze Winkelried gelegen sin, uf demacher ze Riete vor dem Matacher und uf dem Gwandacher und uf dermatten, die ob Hartmans hus lit und von dem stuckin vor dran und ufder matten öden (= ob dem) hove» 5 ) Von diesen Flurnamen hat sich nur«Gwandi» erhalten, Matacher ist vielleicht das heutige Muacher unmittel-bar bei der Allwegkapelle. — Im obern Wichried steht zwar ein altes Fach-werk-Haus mit einem gewölbten Keller von stellenweise 1 m. Mauerdicke,aber schon die Lage schliesst den Gedanken aus, hier den Rittersitz zu suchen.Kaplan Odermatt vermutete, dass auch die Feld-Güter, die laut Urkunde vom
*) Wochenrat vom l. Juli 1682. R. und L.-R.-P. XVIII, S. 113*
2 ) Rat vom 7. Juni 1682, 1 . c. S. 110.
3 ) Wochenrat vom i-Juli 1737. R- und L.-R.-P. XXVI, S. 43.
4 ) Grundbuch Nidwalden , Ennetmoos Nr. 26: i 544 i * 5 - Dezember, 1650, 1711, 1714 un ^ * 7*9Winkelried, Winkelried , 1647, 1732, 1733 «Wichelried», 1773 «Wichried». Schon 1529 ist voneinem «untern Winkelried » die Rede (G.-P. A., S. 8). Vgl. Siegfried-Karte, Bl. 377 *
5 ) Gfd. XXX, S. 291.
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