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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Erster Absirtz. 11

Daß ist das Recht aller Völcker/wiedem-men zurück geben/ was man entlehnet hat.Du must sterben: Das Leben ist nur einPilgerfahrt. Du must sterben: Ich ha-be vermeint/ du wollest mir etwas neuessagen; zu diesem bin ich gebühren / zu die-sem lebe ich / zu diesem führen mich jedeTag meines Lebens / was hab ich zu kla-gen ? Es ist ein Thorheit fürchten/ was dunicht kannst mcyden. Du must sterben:Ich binnit der Erste/ und nitder Leiste.Du must sterben : Dieß ist ein Schuld /welche ich mit dem jenigen Schuldgläubi-gen gemacht/ über welchen ich mich nichtklagen darff. Es ist der gröste Trost / ge-dencken/ daß jenige ftye dir wiederfahren/was allen vor-und nach dir wiederfahret;darum gedunckt es mich/ die Natur habedaß jenige/ was das schwarifte ist / allengemein gemacht/ damit die Bitterkeit des-selben von der Gleichheit verminderet werde.

Cicero sagt: Die Natur hat uns hierein Herberg gegeben / einzukehren / nichtbeständige Wohnung zu haben ; so seyenwc?k von uns/ diese alte Waber-Poffen/das Sterben ein l Elend ftye.

Dann weilen es doch einmal muß gestor-ben