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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Anderrer Absatz. iz

chet/ dem m'hmt man billichdas Lehen hin-weg : Auch dem jem'gcn/ welcher dem Le-hen nit recht vorstehet / sonder selbiges mehrzur Beleidigung seines Herm/ als zu des-sen Nutzen braucht/ wird Wich das Le-hen aufgckündt.

Weilen dann dein Leben / O mein Christ-liche SeeU ein Lehen GOttes ist; du aberbisher sa manchesmal gegen ihme untreugewesen/ so vielfältige heimliche Gewem-schasften mit seinen Ertz-Feinden / demTeufel/ der Welt/ und dem Fleisch ge-pflogen/ ihnen mehr angehänget/ als dei-nem gütigsten Lehm-Herrn / und also diemehrere Zeit deines Lebens viel mehrers zuEntunehrung/ und Schaden/ als zu Ehr/und Nutzen desielbigen angewendet / undmißbrauchet hast/ erforderet es alle Billlch-keit/ daß der Tod dir das Lehen auffän-de/ und hinweg nehme.

Gehe ein wenig in dich selbsten/ durch-siehe deinen bisherigen Wandel/ so wirstwohl erkennen/ wie du so übel gehauset/und deinen HErrn so oft/ und schwärlichbeleidiget/ und erzürnet habest: Betrachtedas Zihl/ und End / warum du erschaffen;die grosse Gutthaten/mit welchen du über-