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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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14 Ersten Theils/ersten Capitels/

häuffet;die köstliche Zeit/ und beste Gele-genheit/ GOtt nach deinem Stand/ undBeruff zu deinen ; so viel Gaabcn/ undGnaden/ mit welchen er dich vor andernerfüllet; soviel Väterliche Hulden/ m-deme er dir so oft deine schwäre Fähler/ undSünden übersehen / und durch die H. H.Sacramcnten wiederum zu Gnaden auf-und angenommen hat.

Erinnere dich/ wie du allbercit so vielJahr lang deinem HErm lau/ schlecht/und hinläßig gedienet/ in allweg aufö höch-ste undanckbar dich erzeiget/ und da duvon Tag zu Tag im Guten hast sollen zu-nemmen/ du hingegen mchrers abgenom-men/ unvollkommer worden/und also vielZeit/ Tag und Stund unnützlich/ ja mitvielen groben Sünden zugebracht hast.

Was ist nun billicher/ als daß dir dasLeben/welchcsdu so schändlich wider GOttmißbrauchet hast/ hinweggcnommcn wer-de? Was ist billicher / als daß der gerech-tste GOtt dich mit dem zeitlichen Todstraffe/ der du so gar den ewigen Tod somanchesmal verschuldet hast? Ja was istbillichers/ als daß die höchste Majestät/die du vielmalen verletzt hast/ sein Hand