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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Dritter Absatz. rz

Du/ O mein Christliche Seel! wirstwohl andere Gesellschafft antreffen/ Chri-stum/ unser liebe Frau/ und so viel tau-send Engel/ und Heilige GOttes.

Socrates / als Criton ihme vorhielte /wann er sein Leben nicht achten wolte/ soller aufs mindest seinen Kinderen / und sei-nen Freunden/ die ihmvonnöthen hatten/verschonen/ rc. gäbe er zur Antwort:GOtt wird für die Kinder/ die er mir ge-geben hat/ sorgen : Freund/ eueres glei-chen/ oder auch bessere, wird ich finden/wann ich von hier abscheide / auch euchwird ich nicht lang mangle»/ indeme ihrmir auch bald werdet nachfolgen.

Eben dieser Socrates / da ihn Platogefraget: Ob er gern sterbe? sagte - Inder Jugend habe ich gelehrmt recht leben/und im Alter recht sterben/ und also be-schwürt mich nichts / und scheuhe ich denTod nicht/ sonder erwarte denselben mitFreuden.

O gütigster GOtt! wann auch die Hey-den/ welche nichts von der Auferstehung/und ewigen Glory gewußt haben/ nur we-gen zeitlichen/ und schlechten Absehen alsoheroisch den Tod verachtet: Muß sich einB 4 Christ