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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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24 Ersten Theils/ ersten Capitels/

Christ ja Mich schämen/ welcher/wiewohler ein Auftrständnuß/ und ein ewiges Le-ben glaubet/ und hoffet/ dannoch den Todfürchtet/ und so übel ab einem jedenSchatten desselben erschricket.

VierdLer Absatz.

Der Tod ist ein Schul der Tugenden. '

ist wahrhafftig ein Blind - undWe) Thorcheit/ wann ein Christen-Mensch/ den Tod schcuhek/ und fliehet/welcher nicht nur allein nichts Schröckba-res/sonderen alles Gutes zubringet. DerTod ist ein Schul aller heroischen/und zurSeeligkeit nothwendigen Tugenden/welcheein Christ so wohl in dem Leben erlehrnet/als auch in dem Lod-Bethlein übet.

Von dem Tod erlehrnet man die wahreDemuth: Dann/wer wolte sich können er-heben / wann ihne der Tod seines Grabs/der Verfaulung seines Leibs/seincs Staubs ,

und Aschen erinneret ? Wann er zu Her- j.

tzen führet/ wie alsdann alle Menschen j'

gleich? Wie so gar die König / und Re- l

gen- '