Buch 
Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
Seite
29
JPEG-Download
 

29

Fünfter Absatz.'

Ist es dann nicht möglich/daß ein Christaus der Noch ein Tugend mache? und denTod/den er doch nothwendig leydcn muß/frcywillig leyde? Man muß ja nicht mehrthun als sonflcn; man muß sterben/ wiesonsten; kein unterscheid ist unter dem Toddessen / der gern oder ungern / willig oderunwillig stirbt/ als allein dieser / daß jenervoll Schrecken/ JaMer/ und Angst stirbt/und zur Hollen hinunter fahret/ dieser abervoller Trost/ und innerlichen Freuden indas Himmelreich cintringet.

Die Haubt-Ursack aber / warumcnschier alle Christen ab dem Tod so übe! er-schrecken/ ist mehrencheils die Forcht nichtso fast des Fcgfeurs/ welches endlichein End nehmen wird/ als der ewigenVerdammnuß: Dahero mancher gernstürbe/ wann er vor der Hollen sicher wä-re ; weilen er aber sorget/ er möchte et-wann in das höllische Feur geworffen wer-den/ ist er vMer Schrecken/ Angst/ undZitteren/ und crtattcret/ wann er nur anden Tod gcdencket.

Allein dieses geschicht billich allen faulen/ungeschickten / und liederlichen Christen/welche nicht wissen / was der Tod ist/ und