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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Sechster Absatz. z z

unaussprechlich viel Marter ausgestanden/und in höchsten Schmertzen am Creutz ge-storben ist/ gleichförmig werden/ und ster-ben kann: Er frolocket/ daß er durch bitte-re Angst / und Wehe sein Liebe gegenGOtt inbrünstig erzeigen / und in so schwä-rem Zustand sich tapffcr in den WrllenGOttes ergeben mag: Er dancket/ daßer durch solche Schmertzen verzehret/ undGOtt zu einem angenehmen Brand-Opferaufgcopferet wird: Er nihmt Christmüthigdie wohl verdiente Straff von der väter-lichen Hand GOttes an / und ist wohl zufrieden/ daß sich GOtt also scharpffanih-me wegen seinen Sünden rächet / und daßauf diese Weis der göttlichen Gerechtigkeitbestermassen ein Genügen verschaffet wird.

O wie glückseelig ist ein solcher Christ!er thuet daß/ was die heilige Märtyrer ge-than ; welche jederzeit für die gröste Ehr /und Gnad gehalten / wann sie haben kön-nen Märtyrer werden : Dieß bezeugen soviel hunderttausend gewaltigeHelden Chri-sti/ welche Leib und Leben/ Gut undBlut hergegeben / und mit freudigem Hel-denmuth alle grausame Peyn und Marter/ja den Tod selbsten ausgestanden / sie haben

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