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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Z4 Ersten Theils/ersten Capitels/

es nehmlich/ wie Mich/ für die grösteGlückseeligkeit gehalten/ daß sie mit Chri-sto/ und um Christi Willen können ley-den/ und sterben/ rc.

Eben also thut es ein wahrer Christ fürdie gröste Ehr und Gnad achten/wann ermit Christo/Md um Christi Willen denTod ausstehen kann; dann also wird er etswelcher Massen gleich den Heil. Märtyrer/indem er sein Leib und Leben/ Haab undGut / Verwandte und Bekandte freywilligverlasset/ und GOtt aufopferet/und also denTod um Gottes Willen auf-und annihmt.

Die HH. Märtyrer haben den Todübertragen zur Zcugnuß der göttlichenWahrheit/ oder sonst einer Tugend: Du/übertrage den Tod zur Zeugnuß deiner Un-terthanigkeit gegen GOtt deinem HErrn;zur Zeugnuß einer völligen Übergebungdeiner selbsten in den Hell. Willen deinesGOttes; zur Zeugnuß der göttlichen Ge-rechtigkeit/ welche dich gantz Mich wegendeinen Sünden mit dem Tod züchtiget.

Letstlich/ wie die Hell. Märtyrer denTod gelitten/ damit sie die Ehr GOttesschützten / unv nicht wieder ihne sündigten:Also leyde auch den Tod / daß du fürohinGOtt nicht mehr beleydigcn könnest.