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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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40 Ersten Theils/ ersten Capitels/

war / ist ihm Lieh worden; und da er«nrer den Sonderen ledere/ ist er än-derst wohin genommen worden: Er istschnell hingezuckc worden/ damit dieBosheit seinen Verstand nicht verän-derte/ oder stm Geel durch Härrchlereynicht betrogen wurde ; dann das bestriegliche Schwätzen verduncklee dasGute / und die Unbeständigkeit der Be-gierd verkehret den einfältigen Ver-stand. Wiewohl er bald gestorben ist/hat er doch viel Zeit erfüllet / dann seinGeel war)tt gefällig.

Zllkhier hörest du/ wie GOtt die Aus-serwahlte abfordere / daß sie nicht verführtwerden.' Item wie st nichts daran gelegen/ob einer alt an Jahren ftyc oder nicht/wei-len GOtt nicht auf die Jahr/ sonder aufdas unschuldige Leben siehet: Wer unschul-dig/ und in der Gnad GOttes ist/ der istalt genug: Wer sein Leben in den WillenGÖttes fetzet/ der ist/ oder wird unschul-dig/ so ist er dann alt genug. So mache

aus der Noth ein Tugend / und fürchteden frühzeitigen Tod nicht.

Ach-