Buch 
Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
Seite
45
JPEG-Download
 

Nevndter Absatz. 45"

Wann es dcrohalben nicht besser wäresterben/ und mit Christo in seinem Reichzu seyn/ als in diesem Jammerthal leben/so hätte Christus nicht befohlen/ daß wirin dem täglichen Gebctt solches inständigerbitten solten.

Es ist wahrhasstlg schändlich / wann einChrist so oft/ und ernstlich um die Gnadzu sterben/ und mit Christo in seinemReich zu seyn/ anhaltet/ und doch nichtwill erhöret werden ; auch verschicket /wann chne GOtt zu erhören bewürdiget/und ihme den Tod/ als einen Weibelin das Hauß schickt/ ihne zu dem ReichGOttes einzuholen.

Darum sagt erst-gemelter Cyprianus:Was betten/ und begehren wir/ daß unsdas Himmelreich zukomme / wann unsdiese indische Gefangenfchafft belustiget?Was verlangen wir mit so oft wiederhol-tem Gcbett/ daß der Tag des Reichs her-zu eyle/wann wir ein grössere Begierd/undWunsch haben/ allhie dem Teuffclzu die-nen/ als alldorten mit Christo zu regieren ?

Wann ein Sohn eines reich-und mäch-tigen Königs von seinem Hof/ und Va-terland verflossen/ in dem Elend herum

zie-