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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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52 Ersten Theils/ änderten Capitels/

Anderter Absatz.

Der Tod macht das Leben besser.

Tod bleibt nicht bey einem Chri-sten/ sondern er gehet nur fürüberrEr nihmt das Leben nicht hinweg/ sonderer verbesseret es; darumcn soll man ihnelieben/ und mit Fkkuden empfangen.

Dies hak auch erkennet Seneca/ der be-rühmte Weltweisc/ da er sagt: Der Todnihmt das Leben nicht/ sonder stellet esnur ein: Es wird wiederum ankommender Tag/ der uns an das Licht bringenwird: Mit unerschrockenem Gemüth solleabscheiden der jenigc/ der wiederum baldzurück kehren wird.

Der Heil. Thomas von Aquin / über dieWort des Heil.Pauli ^//- /. Christus istmein Leben/ und der Tod ist mein Ge-winn/ sagt: Allhier redet der Heil. Apo-stel in eigenthümlichem Verstand; dannein jeder achtet es für einen Gewinn / wanner sein unvollkockenes Leben kann verbessern.

Da-