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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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58 Ersten Theils/ änderten Capitels/

mer/ und Sorgen / ja mit bitteremSchweiß ihres Angesichts ernähren.

Alle Stand/ Geistlich-und Weltliche/Reich und Arme/ Herren und Knecht /Junge und Alte/ seynd tausenderley Arm-seligkeiten unterworffcn: Kein Lag gehetfürüber so glückselig/ der nicht mit einerBitterkeit/ und Beschward an Leib/ oderan der See! vermenget werde. ^

Das Lachen wird mit Gchmertzen ver-mischet/ und das End der Freuden istWeinen.

Der Mensch hat nie kein Ruhe/ undwann er schon vermeint / er seye für sichselber sicher / so kommt ihm doch etwannein Betrübnuß von seinen Verwandten /Angehörigen/ Vorgesetzten/ Nachbaren/oder einem leiblichen Zustand einigerKranckheit: vor welchen er niemal sicherist/ ja alle Tag schwarcre Anstoß / undschmertzltchcrc Zufahl zu erwarten hat.

Gedencke! wie viel elende Menschen indieser Welt seynd : Aller anderen Elendkann dir auch über Nacht begegnen: Esist alles lauter Creutz/ und Trübsal in die-sem Jammerthal/ sonderbar bey den From-men / welche allezeit von den Gottlosen

vcr-