Buch 
Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
Seite
59
JPEG-Download
 

59

Dritter Absatz.

verfolget werden/ und durch viel Creutz/und Leyden in das Reich GOttcs einge-hen müssen.

Alle diese Uebel/ alle Armseligkeiten /Leibs und der Seelen/ hebt der Tod über-all auf/ und macht den Menschen gantz be-stem von allen Beschwärden des gegen-wärtigen mühcseeligcn Lebens.

Auf dieser Welt fahren wir gleichsam ineinem ungeftümmen/ und wüthenden Meerdaher / und seynd immerdar in der Gefahrdes Untergangs; der Tod aber ist der er-wünschte Port/ und sicheres Gcstad al-ler Glückseligkeit.

Aufdieser Welt seynd wir nichts andersals Frembdling/ und haben kejn bleibendeStadt / sondern ziehen in dem Elend he-rum; der Tod aber ist der grade/ undgewisse Weeg zum Vatterland.

Auf dieser Welt ist unser See! im Leib/als in einem Kercker eingeschlossen; derTod aber eröffnet denselben / und führetdie Seel in die wahre Freyheit.

Darum sagt der weise Mann Le/. 7.Der Tag des Tods ist bester / als derTag der Geburt.

Als Ellas von den heimlichen Nachstel-ln-