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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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<6 Ersten Theils/ änderten Capitels/

und wie oft wenigistmit läßlichen Sündener sich belade. Nun ist gewiß/ daß einSünder ohne Büß nicht eingehen kann indas ewige Leben; wohin nichts unsauberesgelassen wird; und wann er schon Reu /und Leyd über seine Sünden erwecket/ undselbe durch die Beicht abgelegt hat/so bleibtihme dannoch einige Straff übrig/ welcheer mit ordentlichen Bußwercken abstat-ten muß; dahero lesen wir von so vielenHeiligen/ wie strenge Büß sie nach ihrerBekehrung verrichtet haben.

Kein krafftigeres Mittel alle Straff hin-weg zunehmen ist/ als den Tod willig/und mit bußfertiger Meinung ausstehen/dann unter allen Bußwercken ist daßstrengste der Tod / welcher eigentlich zubil-liget Abstraffung der Sund dem Menschenist auferlegt worden / von der verletztengöttlichen Gerechtigkeit.

So kann ein armer Sünder kein grössere/schwärm/ und GOrt gefälligere Büß thu-en/ als wann er sich dem Tod/welchen zuBcstraffung seiner Frevlen GOtt über ih-re verhänget hat/ willig/ und mit buß-fertigem Gemüth unterwirffet.

Der berühmte Weltweise Aristoteles

spricht: