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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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68 Ersten Theils/ änderten Capitels/

selben/ als ein rechtmäßige wohlverdienteStraff, wir leyden/ sagte er / hiilich /dann wie empfangen / was wir wohlverdiene haben. Nach seinem Tod ist die-«scr Mörder alsbald in daß Paradeyß ab-gefahren/ sintemahlen er die beste Büß ge-würcket hat durch den Tod/ den er so wil-lig ausgestanden.

Mauritius der Käyser/ als er von demTyrannen Phoca gefangen wäre/ und sei-ne Kinder von demselben umgebracht wur-den/ hat er zu eines jeden Ermordung auf-geschryen / ^/". ^ Gerecht bist du GHErr! und gerecht ist dein Urtheil. Die-ses thäte er auch / als er selbsten den Streichempfangen solle. Es hat nehmlich dieserKäyser die billiche Straff/ die GOtt we-gen seinen Sünden über ihn kommen lassen/erkennet; darum hat er die göttliche Ge-rechtigkeit geprisen/ und also die beste Büßgethan/ und gottseelig gestorben.

Der also den Tod willig zur Straff seinerSünden ausstehet/ und die göttliche Ge-rechtigkeit preiset/ der thut die beste Büß;und solle ein Sünder eben darum den Todmit Wunsch / und Freuden erwarten / wei-len er ihme die Gelegenheit macht/ rechte

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