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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Sechster Absatz.

von dem recht-schuldigen Zieh! in einenAbweeg verführen.

So sollen wir dann allen Fleiß und Ernstanspannen / daß wir unserem Zieh! und Endgemäß leben/ und all unter Smn und Ge-dancken/ Thun und Lassen dahin richten/daß wir GOtt dienen / loben / und lieben:Alle andere Zeit / in welcher wir dieses nichtthuen/ leben wir vergebens/ und als wieunvernünftige Thier/ nicht wie Menschen.

Was nun den Willen/ und gute Mei-nung GOTT zu dienen/ anlangt/ hastzu zwar O mein Christliche Seelsolchenvon Jugend auf gehabt/ und jederzeit ge-wünscht/ GOtt allein zu dienen/ und zugefallen.

Aber/ ach-das GOtt erbarm! wie istsolches im Werck bis Dato so schlecht ge-schehen ? wie bist du in dem Dienst l ei-nes HErm so faul / trag und hinlaßig?Wann du auch schon allen Ernst hinfürananwenden sollest/ so wirst du doch in die-sem Leben nicht darzu gelangen/ daß dudeinem HErm gebührender Massen deinSchuldigkeit ablegest.

So lang wir in dieser Welt seynd / ver-unreinigen unsere Werck tausenderley Un-E 4 voll-