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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Siebender Einwurff. 11 -

Du wurdest ihme trauen/ er werde dir mdeinen Nöthen zu Hülff kommen; aber demhöchsten GOtt/ der dir alle Hülffveripw-chen hat / sollest nicht so viel trauen?Overantwortliche Mißtraulichkcit! vermei-nest du/ er habe vergebens so viel gelitten?er gönne dir daß ewige Leben nicht? erthue sich scherzweis für deinen Hcylandauß? es seye ihme nicht recht ernst dich ste-tig zu machen ? Oder bildest dir ein / er wis-se nicht/ daß du seiner Hülff vonnöthen ha-best / und ohne ihne nicht könnest steligsterben/ und den Feind überwinden? pfuider Schand! daß du ein so schlechte / miß-traute/ ja gottlose Meinung von deinemallergütigsten Vatter hüben sollest ?

Gedencke was der heilige Paulus sagt:Als wir noch Sünder waren/ nach derZeit ist Christus für uns gestorben: Da-rum werden wir jetzt / nachdem wir durchsein Blut gerechtfertiget stynd / viel-mehr durch ihn vom Zorn befreyet wer-den; dann so wir mir GOtt versöhnetseynd durch den Tod seines Sohns/ dawir noch Feind waren/ so werden wirvielmehr jetzt/ nachdem wir versöhnetseynd/ durch sein Leben stelig werden:

H 4 Nicht