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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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160 Änderten Theils / ersten Capitels /

serscbaum/ der von dem Ungewitter hin-geflötzt wird/ und wie ein Rauch / dervon dem Wind hin und her zerstreuetwird : Ein solche Hoffnung bricht endlichin ein Verzweiflung auß/ und werden sol-che mit anderen Gottlosen sagen /. Sohaben wir dann gefählr/ von dem Weegder Wahrheit/ und das Licht der Ge-rechtigkeit hak uns nicht geleuchtet:Was hak uns dann unser Hoffarc für Nu-tzen gebracht ? oder was hat uns genu-tzt der Ruhm unserer Reichthum? DieDing seynd alle hingegangen wie einSchatten / und wie ein tauffender Both/der fürüber lauft. Wann wir dcrohal-ben wollen wohl leben/ und wohl sterben/so sollen wir kein Augenblick aus eitler Hof-nung deß längeren Lebens in den Sündenstecken bleiben/ sondern mit einem guten/und reinen Gewissen unsere gantzeHofnungaufGOtt setzen / und also die ewige Glück-seligkeit mit Freuden von ihme erwarten.

Die dritte Tugend/ ein Königin aller an-deren/ist die Liebe/ ohne welche niemandlebt: Diese bestehet in dem / daß einer seinemStand gemäß lebe / und die Gebott GOt-tes halte: Wie Christus sagt -E ^ wer

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