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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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1 84 Änderten Theils / ersten Capitels /

lctstlich wie er an dem Stammen deß heili-gen Creutzcs sein See! in deine Händ be-fohlen hat; also befiehlt ich auch mein Seelin deine Händ / jezt/ und in meiner lei-sten Sterbftund.

O IEsu Christe unser gecreutzigter Hey-land/ und Erlöser! ich bitte dich dcmüthig-lich durch das heilige Leyden/ und bittermTods-Kampff/ den du am Frcytag umdie sechste Stund an dem Her!. Crevtz fürDie Erlösung des menschlichen Geschlechtshast gelitten/und ausgestanden: wie auchDurch die Fürbitt deiner mitdir in der Tods-Angft mitlcydendm Mutter Maria er-barme dich über mich/ und verlcyhe mirein glückseliges End/ daß dein heiligesLeyden / und Sterben nicht an mir verroh-ren werde/ Amen.

Lehme dewhalben/ O Christliche Seel!diese Tugcnds-Uebungen fleißig: übe dichin denselben embsig/ gewöhne dich andic-selbiae stättig/ damit wann es einmal zumErnst kommen wird / du/ als ein wohler-fahrner Meister/ und Künstler wohl beste-hen mögest in dieser so wichtigen Kunst/wohl und gottseelig zu sterben.

Meh-