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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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*88 Änderteu Theils/tastenLnpieels/

den bereuet; dann in diesen Stücken beste-het die wahre Büß.

Auß dieser wahren Reu und Leyd entste-het in einer Christlichen Seel ein grosser in-nerlicher Frieden deß Gewissens / ein lieb-liche Sicherheit/ ein angenehme Freud /und ein trostreiche Ruhe.

Damit aber besser verstanden werde/wasein menschliche/ und sittliche Gewißheit/und wie steif/ und gründlich dicsclbigc jene/wollen wir etliche Exempel aus AndreaVega hiehero setzen.

1. Gleichwie ich ohne Zweifel glaube/ich seye gekauft; also nach erweckter Reuund Leyo kann ich ohne allen Zweifel glau-ben/ ich seye gerechtfertigt.

2. Gleich wie ich mit einer menschlichen/und sittlichen Gewißheit ohne allen Zwei-fel für gewiß halte/ daß ich von diesen El-teren gcbohrcn seye; also kann ich auch vonmeiner Gerechtftrtigung glauben.

z. Gleich wie ich glaube für gewiß/ esseye ein Kayftr Carolus genannt/ es seyeein Stadt Wien genannt/ die ich doch nie-mal gesehen;also gewiß kann ich glauben/die Sünden seyen mir verziehen/ nach ge-habter häßlicher Reu und Leyd.

Dero-