158 Änderten Theils/ ersten Capitels/
Du sollest auch wegm deinen Drängten /und täglichen Fahleren nicht klcmmütbigwerden/ sondern selbe dir also zu Nutzenmachen/ daß du deine Schwachheit erken-nest/ dich vor GOtt schämest/ demüthi-gest / und danckest / daß er dich nicht inschwerere Laster hat fallen lassen.
Die Eltercn übertragen viel Fähler anihrem Kind / und werssen es nit gleich zudem Fenster hinauß; sie geben ihme wohldie Ruthen mithin/ und lieben es wiederfort/ wie zuvor/ in Bedencken/ daß esein ungeschicktes schwaches Kind seye/sicverstoßen es darum nicht / so lang sie in dem-selben ein kindliche Affection / und Liebeverführen; wann aber das Kind nichtsmehr darnach fragte / wann es schon fühl-te/ und die Elteren verzörncte/ und alsokeine Zuneigung / oder Liebe mehr erzeigte/wurde es bald ausgedienet haben.
Eben also überstehet unser himmlischeVatter die tägliche Fähler seiner Kinder /weüen er wohl weißt / wie so schwach/ undgebrächlich selbige seynd: Er züchtiget sieöfters mit der Ruthen der Trübseligkei-ten ; er verflösset darum selbige nicht/ so langsie noch ein kindliche Zuneigung/ und Lie-