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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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LiL Anderem Theils/ änderten Capie.

anderen solle er die Merck seiner eigenen Ge-nugthuung für gering achten / und die Un-endlichkeit meiner Genugthuung hoch erhe-ben/ als dessen kostbarlichen Bluts ein ei-niges Tröpflein genugsam gewesen wäre /die Sünden tausend Welten auszulöschen:Zum dritten solle er durch ein wahres Mit-leyden/ und Vereinigung mein Leyden ih-me selbst zueignen/ seine schlechte Genug-thuung in die Unendlichkeit der Meinigenverscncken/ und mein Blut dem himmli-schen Vatter für alle seine Schulden ver-traulich aufopferen.

2. Ein Krancker solle in die offene Wun-den/und in das tiefe Meer der unbeschranck-ten Barmhertzigkeit Christi IEsu/ sich mitallen Sünden/ und Hinlässigkeiten hinablassen / und verscncken/ und sich als ein le-bendiges Schlacht-Opfer demHErmaußwahrer Liebe aufopferen / bereit alle Unge-mach/ und Schärpfe/ ja so gar die Bit-terkeit deß Tods selbsten/ und alle Straff/welche GOtt in diesem/ und in dem ande-ren Leben über ihn verhängen wil/zu leyden.Wann er dieses mit Ernst thuen wird/wanner/sage ich/sich aus reiner Liebe mit völligerUebergebung seiner selbsten zu aller Straff