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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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L16 Anderem Theils / anderem Lapkt.

alles kann/und das Heyl deiner Seel Hertz-lich verlanget/ auch dein Seel mehr liebetals du / für welche er so viel gethan / so vielgelitten/ damit er dich seelig machte: Ge-wißlich kann er dich O Christliche Seel! inDer letstcn Gefahr/ da du mit dem Tod/und der Hollen ringen must/ nicht verlas-sen/ und minder thuen/als in einem sol-chen Fahl ein jeder kühler Freund thäte;wann du nur das Deinige thuest/ und dichsteiffan ihne haltest/ auch allein sorgest/wiedu ihme gefallest/ und inzwischen dich we-nig bekümmerest/ was er nach dem Todmit dir anfangen werde / gantz bereit mirFreuden zu umfangen alles/was er mit dirverordnen wird / um wegen deinen Sün-den zu erstatten die Ehr deines GOttes/wie er es haben will: Inzwischen sollest du/ein vestes Vertrauen zu seiner Güte haben/und auf das Blut IEsu Christi hoffen/ erwerde gütiger/ als du hoffen kannst/mit dirverfahren; er ist der HErr/ mache er mitseinem Knecht was gut ist/ vor seinen Au-gen.; dir solle genug seyn/ ihne zu ehren/und zu lieben / nicht aber seine Anschlagüber dich zu erforschen.

Uebung