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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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2r2 Änderten Theils/ änderten Lapie.

Lranckheit, sonder bitte den HErrn/ sowird er dich gesund machen: Wendedich ab von der Sund/ und richte deineHänd hinauf/ und reinige dein Hertzvon aller Missethat: Darnach giebePlatz den Artzken.

Da sehet ihr / welches die hefte Artzneyist/ und wie man sich verhalten muß / wannman will daß die Ärtztenuns mit hcylsamenArtzneyen wiederum aufhelffen. Wannaber das längere Leben zu EntunehrungGottes / und Schaden euercr See! gelan-gen soltc/ und der Ursachen halber euchGOtt auß dieser Welt abforderen wolle/so sollet ihr billich gantz willig/ und bereiteuch in seinen väterlichen Willen ergeben/und sagen: Er ist der HErr! was gut istvor seinen Augen/ das thue er.

Unser Leben ist nur ein Lehen von GOtt/er kann uns aufkünden/ wann er will: wannes GOtt also haben will/so muß es gestor-ben seyn/ ihr sterbet gern/ oder ungern;dieses allein wird der Unterschied seyn/wannihr euch ungern und unwillig darein ergebet/so yrHet ihr kein Verdienst/ sterben wie dieHcydOl/ ohne allen Trost/ und versündi-get euch wieder GOtt; wann ihr aber euch

Christ-