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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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L 6r Änderten Theils / änderten Lapie.

umfangen/ und küssen; mit ihr schäme ichmich vor deinem heiligen Angesicht/ mitihr seufze/ und jämmere ich/ mit ihr bitteich demüthig um Gnad/und Barmhertzig-keit/ und Verzcyhung aller meiner Sünden;mit ihr klage ich mein Elend / und Noth/in welcher ich stecke bis über die Ohren.

O IEsu! wann ich auf mich selbstenschaue/ so bin ich übel getrost/ und garUund gar verlassen/ habe auch nichts zu er-warten/ als die ewige Verdammnuß/wel-che ich wohl verdienet habe; wann ich abermein Hertz und Augen zu dir erhebe/ sobin ich voller Trost/ und Freuden; verhof-fe auch sicher und gewiß zu erlangen die c-wige Seeligkeit/ welche du mir verdient/und erworben hast.

O IEsu! du bist mein Seeligmacher; soerbarme dich meiner / und mache mich seeliä.

O IEsu! du bist mein Erlöser; so erlö-st mich von der Sünd/ vom Tod/ vomTeufel/ und ewiger Verdammnuß.

O IEsu ! du bist der Artzt meiner schwa-chen/ und krancken Seel; st erbarme dichmeiner / und mache mein Seel gesund.

O IEsu' du bist der gute Hirt; so er-barme dich meiner / und nihme dcin armes

Schaf-