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Die Zierde der Jugend / von Matthias Schönberg, der Gesellschaft Jesu
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der reißenden Unschuld des jungen Al-ters vereiniget, in so einem edlen Tu-gendschmucke sich unsern Augen vor-zeiget ?

Wir werden aber den keuschen Jüng-ling nicht minder tugendhaft sehen, wenner zu Hause alleinig ist, als wenn erbey andern wäre; denn er ist eine reineTaube, die von verdächtigen Gesell-schaften, undMn allem, was böse ist,allezeit, wie vor dem Aas und vor denRaben sticht.

Eine edle Schamhaftigkeit ist, wieDiogenes der Weltweise sagt, alle-mal und überall das Lolorit seinerTugend: und seine unsterbliche Seeleist zu erhaben ; sie ist ihm zu gut dazu,als daß er sie durch die Niederträchtig-keit einer fleischlichen Liebe jemals ent-ehren sollte. Er hasset den Müssig-gang, als den offenbaren Feind derReinigkeit, wofür sein Herz nur alle-zeit die unverdrossenste Wache halt.Unmäßigkeit und Schwälgerey sind fer-ne von ihm, dergestalt, daß er auch