466 Der zwölfte Theil,
Dann du bist voll der Gnaden und Barmher-zigkeit, du bist bereit denen, so zu dir seufzen,Leine milde Hand zu reichen: sonderlich aberträgst du großen Gefallen, so man dich in die-sem deinem heiligen Tempel besucht, und vordieser deiner heiligen Bildniß deine Fürbitt an-rufet. Dann, obwohl du an allen Orten denBetrangten deine Hilf erzeigest, so erweisestdu dennoch sonderliche Hilf denen, welche dichakhier andächtiglich besuchen, und deine reicheFürbitt vertraulich anrufen. Deßwegen bin j,ich arme Sünderinn aus wahrer Andacht hie-her gewallfahrtet, und gedenke allhier mein Ge-beth und Opfer treulich zu verrichten.
O du Trösterin» der Betrübten, heil. Ma- ^ria! vor deiner gnadenreichen Bildniß knie icharmes Erdwürmlein demüthig nieder, und mittraurigem Herzen seufze ich zu dir in den Him-mel hinauf. Wollest doch nicht, o Mutter des ^ewigen Worts! meine Wort verschmähen, son- !Lern mich gnädiglich anhören, und in meinem sAnliegen trösten. Du weist, o Maria! Ln wasfür einem elenden Stand ich bin, und wie daßich mir selbst aus meinem Elend nicht helfenkau. Deßwegen wende ich mein betrübtes An-gesicht anmüthiglich zu dir, uyd erhebe meineweinenden Augen zu dem THM deiner mütter-lichen Barmherzigkeit. Gedenke, o allermil-deste Jungfrau! daß es von Ewigkeit nicht seyerhört, daß einer, so bey dir Hilf gesuchet hat,sey verlassen worden; so verliehre dann nicht
an