Von der Kinderzucht. 6oz
gemeiniglich gottlose Kinder, und verschulden die e-wige Verdammniß. Jmgleichen die Aeltern, so ihsre Kinder wohl erziehen, verdienen bey GOtt gro-ßen Lohn, und erleben an ihnen Freud: widri-genfalls versündigen sie sich gröblich, und erlebenan ihnen Leid und Schand. Ja» die Aeltereu müs-sen schier größere Rechenschaft von ihren Kindern,als von sich selbsten geben : dann, wenn sie allembös sevnd» so verdammen sie sich allein: wenn sieaber ihre Kinder übel auferziehen, so werden dieseübclauferzoqcnen K inder ihre eigene Kinder vermuth-lich nicht wohl erziehen : und also fortan, bis mdas dritte, und vierte Geschlecht übel leben.
So bald das Kind anfängt zu reden, soll die Mut-ter selbiges zur Liebe GOttes anführen, und es fra-gen: Mein Kind! wenn hast du lieb? alsdann solldie Mutter ihm vorsagen, und es lehren antworten:( Ich habe GOtt lieb.) Die Mutter frage weiter:Warum hast du GOtt lieb ? Das Kind soll lernenantworten : ( Dieweil er ein so lieber GOtt ist. )Die Mutter frage: Hast du auch deinen Vater lieb?Das Kind soll Antworten: (Ja. > Frag: Wennhast du lieber, GOtt oder deinen Vater? Antwort:( Ich habe GOtt lieber.) Frag: Wie lieb hast duGOtt? Antwort: (. Von ganzem Herzen.) Frag:Wenn hast du mehr lieb? Antwort: ( Das liebeChristkindlein. ) Frag: Wenn noch mehr? Ant-wort : (Die Mutter GOttes.) Frag: Hast du michauch lieb ? Antwort: (Ja.) Frag: Wenn hast dulieber, die Mutter GOttes, oder mich? Antwort:(Die Mutter GOttes.)
Diese Fragen und Antworten soll die Mutter demKind so oft vorsagen und wiederholen, bis es siewohl kann, und soll Fleiß anwenden, damit es sel-bige niemal vergesse. Nach diesem solle die Mutterdas Kind das Vater Unser, Ave Maria, und der»
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