Aufopferung des sieben-jährigen Kinds. 605
sie selbigen verwahren, und wenn es viel erspart,ihm einen schönen Hut oder Hauben dafür kaufenwolle. Die Mutter solle sich aber hüten, daß sie dasKind nicht zum Pracht anführe; sonst wird es seinLebtag darinn verbleiben, und sich etwann in Ge-fahr der Verdammnis begeben.
Wann das Kind sieben Jahr alt worden, soll esdie Mutter im Beichten unterrichten, und mit Wil-len des Pfarrherrn darzu anhalten. Dann mehren-theils weißt ein siebenjähriges Kind schon, was gut,oder böß ist, und kann sich auch wohl versündigen.Die Mutter kann es sechsten zur ersten Beicht in dieKirchen führen, und GOtt aufopfern» wie folgt:
Aufopferung des sreben-jahrigen Kinds.
Mllerhöchster GOtt! wende deine Augen vonKD dem Himmel herab, und schaue so wohldie Mutter, als das Kind in Gnaden an.Sieh, dieß ist die Frucht meines Leibs, welchedu erschaffen, und mir zu erziehen gegeben hast.In seiner Unmündigkeit habe ich es dir aufgeo-pfert, aber jezt opfere ich es dir viel kräftigerauf; dieweil es nun anfängt seinen Verstand zubekommen, das Böse von dem Guten zu unter-scheiden , und den gefährlichen Kampf widerdie Welt, das Fletsch, und den Teufel zustreiten. Du, 0 GOtt! weißt am besten, wiestark seine Feind, wie schwach seine Kräften,und wie groß seine Gefahr sey. Du, 0 GOtt!weist, wie leichtlich es könne verführt, meineTodsünd gestürzet, aus deiner Gnad verstoßen,und in die Gewalt des bösen Feindes gebrachtwerden. Du weist auch, daß mir nicht mög-
O 0 lich