Geistliches Testament. 6n
Unbewußte Sünden klärlich erkennen, und ei-ne jede absonderlich mit bitterstem Schmerzenbereuen könnte.
Wie leid mir alle diese große und kleine Sün-den seyen, weist du, mein GDtt! dann ich darfdich zum Zeugen nehmen, daß ich alles, wasich in der Welt habe, ja mein eigenes Lebengern dargeben wollte, wenn ich nur machenkönnte, daß ich dich niemal erzürnet hätte.
Ich habe, und mache mir einen ganz ernst-lichen Vorsatz, mit deiner Gnad mein sündi-ges Leben zu bessern, die sündlichen Gelegenhei-ten zu meiden, und nach meiner Möglichkeitfür meine begangenen Sünden genug zu thun.Weil ich aber mit allen Bußwerken der ganzenWelt, keine einige Günd würdiglich abbüßenkann, darum opfere ich dir jezt, und begeh-re alle Augenblick das bittere Leiden deinesSohns, sammt seiner unendlichen Genugthu-ung aufzuopfern.
Es gereuet mich herzlich, daß ich all meinLebtag so viele Menschen betrübt, erzürnet, undum ihre Ehre, und zeitliches Gut gebracht hab.Diese alle bitte ich um Verzeihung, und erbie-te mich nach Möglichkeit allen zugefügten Scha-den zu erstatten: was ich aber nicht erstattenkann, wollest du ihnen für mich einbringen, undgenügsame leib-und geistliche Güter ertheilen.
Allen und jeden, so mich jewal auf einigeO o 4 Weis