626 Der vierzehnde Theil,
Nöthen gestritten hatte. Da endlich dergrimmige Tod um die neunte Stund dir ei-nen so gewaltigen Stoß auf dein krankesHerz gab, daß es schier vor grausamer Peinmitten entzwey gesprungen wäre. Weswe-gen du einen so erbärmlichen Schrey thätest,welcher bis in den Himmel erschallete, und al-le Kreaturen erzitterend machte, da du spra-chest : Mein GOLt ! mein GQtt! warumhast du mich verlassen ? D du mein gekreuzig-ter JESU! ich bin vergewißt, daß mir derneidige Satan in meinem Tod mit seinenschweren Anfechtungen dermassen wird zuse-tzen, daß sie mir viel bitterer, als alle Tods-Schmerzen werden vorkommen. Einmal er-kenne ich mich bey weitem nicht stark genugzu seyn, einem so mächtigen, und verschlage-nen Feind zu widerstehen, wofern du mirnicht absonderliche Hüls und Stärke vom Him-mel herabsendest. Darum bitte ich dich durchdie bitterste Tods-Noth, so du um die neun-te Stund ausgestanden, und durch deine un-ergründliche Traurigkeit, dieweil dich demVater so gar verlassen hatte, du wollest michin den letzten schweren Anfechtungen nichtverlassen, damit ich nicht von dem leidigenSatan überwunden, und zu meinem ewigenHerzenleid zur Hölle geführet werde, Amen.
Die