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Seelen-Wayd für die Schäflein Christi, welche Hunger und Durst haben nach der Gerechtigkeit : auf welche geführt wird Damascena, oder jede den Weeg der Vollkommenheit new-antrettende Ordens-Person, in Betrachtung der vornembsten Heiligen Gottes Tugend und Leben / durch P. Michael Lang, Capitularen zu Einsidlen, dess Heiligen Benedicti Ordens. Erster Theil.
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21
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Von der Heil. Iungftaweu Euphrosyna.

und gehorsamber deinen Oberenhabest unterworffen.

Betrachte zum Anderen/wie Euphrosyna wegen IhrerSchönheit und Leibs - Bestallt/den Brüderen im Kloster gros-sen Streit habe verursachet/undDeßwegen von der Gemeind ab-gesondert / und dises Streitsunwissender / und ohne einzigeSchuld in eine Kellen seye einge-sperrt worden; dise Einsamkeitaber Ihr dergestalten habe zuNutzen gemacht/ daß Sie dar-durch zu einer grossen Hetliginseye worden.

Mein OLMLlcen -; Mache dichnach dem Exempel hoffartigerKöpffen nicht unruhjg/wann duzu keiner äußerlichen Verrich-tung gebraucht wirst / oder der-selben enthebt/zuderEinsam-keit oder gemeinen Tag-Ord-nung von deinen Oberen verwi-sen wirst / klag nicht heimblichoder öffentlich darüber/ vilweni-ger daß du dich wollest rächen/oder wider dise oder iene heimb-liche Tuet brauchen/sonder niliiedise Gehorsame von der HandGOTTes fein mit höchstemDanck an/ und schätze dich glück-seelig/ daß du aller ausserlichenDingen enthebt/Gott und dei-

ner Seelen Heyt allein kanst ab-warten.

Ach mein vamascens! Wiebald wirst du zu grosser Voll-kommenheit gelangen/wann dudemüthig und gehorsamb wirstthuen / was dir deine Oberenschaffen/ gleichwie Euphrosynaallein gelebt nach dem WillenIhres Zuchtmeifterssitze nicht an IhreUnvollkomen-heiten/sonder GOtt/dessen Per-sohn Sie vertretten.

Betrachte Drittens/ daß Cu-phrosyna nicht nilr 2 . oder z. soli-der z8. Jahr also unbekandter inder Einsame deß Klosters habezugebracht; und da IhrSterb-stündle herzit nahete / hab SieIhren Herrn Vatterzu sich kom-men lassen / deme Sie gesagt:Wisse / mein lieber Vatter / daßich dein so lang verlohrne undverborgne Tochter; daß ich abersolches Kleyd angelegt/ist gesche-hen/damit ich unverhindert tön-te GOtt dienen. Und obwoh-len ich dich offt vor Augen hatte/und mich dein Träwrigkeit sehrschmutzte/ bist du mirHannochin Übung der Tugend kein Hin-derung gewesen; Erzeige mirderohalben noch dise letzte Vät-terliche Liebe/und begrabe drsenK Z mer-