Von dem Heil. Bischofs und Märtyrer Polycarpo.. 117
tranckt. Erforsche dich / ob dunicht hingegen dich betrübest/oder gar diejenige verfolgest/undetwa» einen statten Unwillen wi-der sie fassest/ welche in dir voll-ziehen den Göttlichen Willen?Oder aber bist du noch so unwis-send in der Schuh! deß Geistli-chen Lebens/daß ou vermeynst/es könne dir ohne Verhängnußund Willen GOttes etwas Wi-deriges begegnen?
Der dritte Punct.
ALs der Tyrann den Heil. Bi-schofs mit Güte und mit Bösebereden wöllen/Khrtstum zu ver-laugnen/ und Ihnne zu schmä-hen/antwortete und sagte Er:Ich hab Thristo IEsu bey die sechsund achtzig Jahr gcdicncr/ in wel-cher Zeit Er mir kein Lcyd/föndcralles Liebs und Guts erwistn/wieist es dann möglich/ daß ich Ihnneschmähen könne ?
Betrachte itt diftm starckMÜ-thigen Märtyrer die Klugheitder Schlangen / und zumahiendie Einfalt dcrTauben/wie ver-nünssttcs Er bey sich hab überlegtd:e vrlsirtige von Gott empfang-ne Gaben und Gnaden/und wieKindlich und schmertzlich Er habempfunden/ einen so gütigen
GOtt undVatter zu schmähenund zu lästeren. Dergleichenkluge Gedancken hat lang vorIhme gemacht der fromme undkeüsche Joseph/ da Er von seinesHerren leichtfertigen Weib zumEhebruch ist angereiht worden/und gesprochen : Sihe! MeinHerr hat mir alles übergeben/und weißt nicht/was Er in sci-nemHauß hat; es ist auch nichtsdas nicht in meinem Gewaltsey / aufgenommen dich / die dusein Weib bist /wie folc ich danndiß vbel thuen/ und wider meinenGL>tt sündigen ? (r) Ach! waskan gescheiders und klugers/Kindlichers und einfaltigersvon einer recht frommen Seelgedacht und geredt werden?
Mein OamslccnL ! Erinneredich nur oben hin / der Gabenund Gnaden/ so wohl deß Leibsals der Seelen/durch welche dubiß auf gegenwärtigen Augen-blick bist erhalten worden; undvorr wem hast du selbige empfan-gen ? Must du nicht bekenen/daßderselben unzählbar vil seyen/und daß du sie von niemand alsvon dem allgütigen G-Ott em-pfangen habest? Ach! warumbbist du dann so undanckbar undso frech / und hast disen liebenP z GOtt