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Betrachtung
nicht auch ? Und eben deßwegengedruckt/daß man dich scheühe/dir nichts anvertrawet werbe/und du from-eysserrgeu Seelensehr verdrießlich seyest / da dudoch grossenNutzen töntest schaf-fen/wan du bißhero einen from-men exemplarischen Wandel ge-führt hattest.
Der andere Punct.
SxEtrachte/ daß gleichwie derEwige Sohn G-Ottes außLieffister Demuth in der GestalteinesSünders sich habe beschnei-den lassen/also habe auch Marianach demExempel Ihres liebstenKinds demGesatz derReinigungsich unterworfen/von deren derHcil.bcrciaräur also redt: Oste.lige IliNgfraw Maria! du hastwahrhaftig nicht vrjach/ und istdir die Reinigung gar nicht von-riöthcn ; aber wie? ist deinemSohn vonnöthcn gewesen die Be»schncidlmg? so seye du linker denWeiberen als wie eine dcrstlbigen/dann es ist auch dein Sohn unterden Rnabcn gewesen/ als wie einerderstlbigen. Oionyliur der Ka»!-thauser sagt / daß Maria sichhab wollen unterwerfen demGe-satz / und gleichsamb gereinigetwerden / ein Exempel der De-
muth zu erzeigen / und sich ande-ren Weiberen zu vergleichen.Also sitzest dU./ MetN vamatccnL!daß Maria nach dem ExempelIhres liebsten Kinds / in allemIhrem Thuen und Lassen/ in al-len Ihren Tugendwercken sichhabe erniedriget/ und habe Gottber Allmächtige in diser seinergetrewen Magd allzeit funden/Sie hab auch gethan was Siehab wollen / ein demüthigesHertz.
wie ist hingegen dein Hertz be-schaffen/steigen nicht zu Zeiten inselbigemPharisaische Gedanckenauf/ und bildest dir ein/ du seyestbesser als andere/ mit denen dulebst? oder es geschehe dir zu vil/wann man dir drß oder jenes de-müthige Lugendwerck zu thuenanbefihlet ? Ja wann auch eingantze Versamlrmg ein demüthi-ges Merck verricht / es seye imHhor/ bey dem Ltsch/oder in ge-meiner Arbeit/ steigt dir »richtgleich ein hoffartiger Gedanckenauf/und suchst du nicht alsobaldGelegenheit / tvie du dich dessenkönnest einschlagen ? Bist duaber/mein vamslccvL; nicht ineinem so üblen Stand/so glaubedoch/daß dein Demuth sehr un-vollkommen gegen der Demuth
Mari-r;