-68 Betrachtung
Sie sich glückseliger schätze einDienerin Khriftt / als Adlichund frey gebohren zu seyn. Erhingegen seye vil armbseeliger /und ein Leibeigener deß Leüf-fels / weil Er falsche Götter an-heile / auf welches Agatha einharten Backenstretch empfan-gen / und in ein Gefängnuß ge-siihrt worden.
L) wie wahr ist es / mein vr-matccns! was Khristus einesmahl zu seinen Jüngern gespro-chen! (a) wann Sie Euch füh-ren werden in Ihre Schuhten/vnd vor die Hbcrkciten/nnd vor dieGewaltigen/ so sorget nicht/ wasIhr antworten und reden sollet/dann der Heil. Geist wird Euch inselbiger Stund lehren / was Ihrsägen sollet. Erwege also wohl/wie die Heil. Agatha von demHeil. Geist angetriben/dem Ty-rannen und allen Welt-Kinde-ren gantz unerschrocken die War-heithabe geredt/und gezeigt/wiegrosse Gnad es seye / allein demwahren GOtt dienen/und wieein schwäre Dienstbarkeit es hin-gegen seye / nach der Welt undnach dein Fleisch leben. Wasthust du Erstlich / wann du vonböser Gesllschafft/und von dei-nen bösen Begierden zur Sund
angereiht wirst? Wann derHeil. Geist in dir / wirst du Ih-nen kein Gehör geben/unerschro-cken dich ihnen widersetzen / unddie Ehr G-Ottes/ und deinerSeelen Heyl / der Welt/ demFleisch/und allen bösen Begier-den vorziehen. Zum Anderen/weil du täglich erfahrest / daßfromme demüthige Kinder / wel-che nach der Welt in allemPracht und Wollust tönten le-ben / wegen GL)tt aber allesverlassen/ von den Welt-Men-schen nur verspottet und ver-lachet werden/ so erforsche dich/unter welchen du seyest? Achglückselig und abermahl glück-selig bist du / wann du in derwahren Armuth / Demuth undGehorsame GÄtt dem HErrndienest. Lasse in dir kein Be-gierd nach derEytelkeit der Weltaufsteigen; zürne und schämedich nicht/wann dich andere deß-wegen weniger achten/ verspot-ten/ verlachen/oder unglückseli-ger schätzen. Paulus/ und mitIhme alle demüthige Hertzenachten sich glückseliger/DienerKhristi JEsu zu seyn/als Her-ren der gantzenWlt genambsetzu werden.
Den »ruderen Tag/da derTyran
ersah-