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Seelen-Wayd für die Schäflein Christi, welche Hunger und Durst haben nach der Gerechtigkeit : auf welche geführt wird Damascena, oder jede den Weeg der Vollkommenheit new-antrettende Ordens-Person, in Betrachtung der vornembsten Heiligen Gottes Tugend und Leben / durch P. Michael Lang, Capitularen zu Einsidlen, dess Heiligen Benedicti Ordens. Erster Theil.
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169
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Von'der Heil.Iungfrawett und Martyrin Agatha. 169

erfahren / daß Agatha indemMauken imer beständiger/ undzu allerSchmach/Schand/Peynund Marter begieriger / ist Ergantz zornig worden / die Zahnaus einander gebissen / und be-fohlen/ an einer Brustzu peynigen/und außder Wür-bet herauß zu schneiden/ dennedie Heilige Iungfraw hart ge-strafft/ daß Er Sie ließ an derBrust peynigen/die Er selbst anseiner Mutter gesogen. FolgendeNacht/weil der Wüete rich ver-langte / daß Sie in der Kelchenohne Speiß und Tranck/ und indiser Ihrer Marter bald soltesterben/ erscheint Ihr der Heil.Petrus in der Gestalt eines al-ten Manns/und heilet wiederumIhre Brust; über das hat Erden Kercker mit solchem Glantzangefüllt/daß die Wächter dar-von geloffen/und den Kercker of-fen gelassen / aus; deme Agathaauf Anhalten anderer Gefange-nen/nicht wolte fliehen / sonderhat der Marter-Krön gantz be-gierig erwartet.

Mein vsmLlcenL ; Weil Aga-tha der Welt gantz vollkommenabgestorben / und all Ihr Be-merk allein nach GOtt gezihlet/hat.Sie alle Peyn und Marter

auch desto eyfferiger verlangtund gelitten/ als Drittel/ dar-durch Sie desto ehender möchtezu GOtt kommen. Gehe einwenig in dich selbsten / und er-forsche dich/ ob deine Begierdenallein nach G-Ott zihlen/ gernleydest/und gern bald bey GOttwärest ? Ach wie vil arme Re-ligiösen leben noch gantz in dieWelt verliebt / und ist Ihnennichts mehrers zuwider alSLey-den ; so ist auch Ihr Begierdnicht groß bey GOtt zu seyn.Lasse dirs leyd seyn/ daß du nochnicht in solchem vollkombnenStand/als wie Agatha und an-dere fromme Seelen gewesen.

Zum Anderen / obwohlen dieH. Agatha durch Abschneidungher Brust die gröste Schmertzenerlitten/ hab Sie doch Ihr ein-ziges Vertrawen auf IEsumIhren liebsten Gesponsert gesetzt/und kein Leibliche" Medicin zu-lassen wollen / deßwegen Er Sieauch durch seinen Apostel Pe-trum heilen lassen; Und wie ver-haltest du dich in deinen leibli-chen Schmertzen? der

König/ weil Er in seiner Kranck-heit nicht auf den wahren Gotthoffte/sonder bey Beelzebub deinGott ^ccäi-on Hülsssuchre/müste2 ) Er