218 Betrachtung
sündhafften Schmeichlereyen/daß du lieber alles wollest ley-den/ als wider G-Ott und deinGewissen handle» d
So bald der Kayser zu Brestsen ankommen/und vernommen/was sich mit Visen zweyen Brü-deren zugetragen/last Cr Sie fürsich kommen/ verspricht Ihnengrosse Ehr und Reichthum!)/wann Sie den Götzen/und son-derlich der Sonnen opfferenwurden; aber die Heilige Mär-tyrer sprachen : Wir opfferenallem dem jenigcn G<l>tt / der dieSonn als ein sicrd deß Himmels«schassen hat. Auf dises lassetSie der Kayser iu denSonnen-Tempel führen/ dem Götzen zuopfferen / oder aufs grausamstegemartert zu werden. Die Hei-lige verrichteten allda Ihr Ge-bett gantz eyfferig zum wahrenGOtt/und fthe/ das sehr reichvon Gold glantzende Sonneu-Bild ist wie Rueß gautz schwartzworden/und da dieGötzen-Prie-ster solches wieder wollen buhen/ist es zerfallm / und zu Staubund Aschen worden / mit demedie Heilige dem Kayser gezeigt/wie ein schlechter Gott die Son-nen seye.
Erstlich bchertzige insgemein
den armen elenden Stand/ indeme die blinde Heyden gelebt/deren sich sehr vil wegen ihrenGötzen also gepemiget und ge-plaget/ daß wann Sie wegen deßwahren GOttes also streng ge-lebt hatten/große Heiligen wa^ren worden / darumb Sie abeoauß Mangel deß wahren Glau-bens nichts verdient / und nochdarzu verdambt sind worden.
Zum Anderen behertzige dieBoßheit so viler HeydnischerTyrannen/welche auch nach sovilcu Wmrderwercken/mit denenGHtt den wahren Glauben be-stattiget / halsstarrig und boß-hasst m ihremAbgöttischeu Hey-demhumb verharret / und denwahren GL)tt / und alle die anIhnne geglaubt/durch allerhandPeyn und Marter außzureutengesucht. Gedencke/ was diseTyrannische Kayser / König/Fürsten und Herren/ und so viltausend Verfolger der wahrenKirchen/ für ein grausame Höllwerden außstehen müssen; undwas dir endlich werde widerfah-ren/die du in dem wahren Glau-ben bistaufcrzogen worden/wastdu nicht deinem Stand gemäßwerdest leben/oder andere hassenund verfolgen; Werden nicht