228 Betrachtung
habe gelegt und veracht. Undobwohlen Sie in dem Klosteraller Fraw und Mutter / dochsich mcht änderst habe verhal-ten/als wann Sie als ein armeBettel-Franxumb Gottes wil-len in das Kloster wäre auf-undangenommen worden. Sie dte-nete allen als ein geringe Dienst-Magd/vergnügte sich mit schlech-tem Gwand/cafteyete und hielteIhren Leib sehr hart in Speistund Tranck/Ligerstatt und ari-deren Leibs-Komblichkettcn. Indem Gottsdienst war Sie fleis-sig/und in Haltung KlösterlicherDisciplin eyfferig; oahero alseine auß Ihren Blutsverwand-ten im Kloster anfieng ein auß-gelaßnes Leben zu führen/ hatSie Jhro ein solchen starckenVerweist irnd Backenstreich ge-geben/ daß die Mahl der Fingerauf Ihren: Backen / so lang Sielebte/verblieben.
Gehe in dich selbsten/und er-forsche dich/ ob dir nicht noch zuZetterr von der Welt etwas an-hange/und dich villetcht grösser/als du blst/ machest und achtest ?ob du nicht im Werck erzeigest/daß du mehr ins Kloster seyestkommen / dast man dir diene, alsdu anderen wollest dtenen/ und
ob du deßwegen anderen nichtbeschwahrlich seyest? Daß duaber einen schlässerigen / lawenund außgelaßnen Wandel füh-rest/ will ich nicht glauben/vtl-wentger/ daß du eine Kunegundoder Schutz-Engel vonöthen ha-best/welche dich deines Standsmit eitler Maultaschcn erinne-re. Fasse doch ein newen Eysserund Begierd nach KlösterlicherVollkommenheit / damit du indem Weeg der Tugenden nichtstill stehest / und zurück laustest.
Betrachte /daß als die demü-thige Heilige Kunegund in Ih-rer letzten Kranckheit gesehen/daß man Kayserliche Kleydungrüstet/Siedarmit zu begraben/hab Sie mit grossem Eysser deßGeists zu den Kloster-Frawengesagt t Hinweg mit diser Eitel-keit/ und reich- geziertem Gewand/
mit disem( deutete auf Ihr Klo-ster-Kutten/) beklexdct meinentodten Leib / lind leget Ihnne irrmeines Herren und Bruders Grab/der mich zu sich rufst ; Wie daNU
nmVerwunderung gesehen wor-den/ daß der Leib Kayser Hett-richs getvrchcn. llnd seitrerItlNg-frawltchen Geinahlin das Eh^remOrrh geiassen/tmIahr tau-